Im Projekt „Leave a Mark“ setzen wir uns mit der fehlenden Sichtbarkeit von Textilarbeiter:innen in der Textilproduktion auseinander. Im Mittelpunkt stehen Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung, deren handwerkliche Leistungen im Alltag häufig anonym bleiben und wenig gesellschaftliche Anerkennung erfahren.
Ziel des Projekts ist es, die persönliche Perspektive und Identität der Teilnehmer:innen sichtbar zu machen und ihre Selbstwahrnehmung zu stärken. Dafür wird Gestaltung als methodischer Zugang genutzt: In einer dreimonatigen Workshopphase entwickeln die Teilnehmer:innen eigene Ideen für personalisierte Textiletiketten – beispielsweise in Form von Namen, Symbolen oder anderen individuellen Zeichen.
Die Workshops verbinden kreative Methoden mit niedrigschwelliger Kompetenzvermittlung. Die Teilnehmerinnen setzen sich mit Fragen von Sichtbarkeit, Wertschätzung und eigener Positionierung auseinander und erproben einfache gestalterische und technische Umsetzungsformen. Der Fokus liegt dabei nicht auf Produktentwicklung, sondern auf Reflexion, Ausdruck und Selbstermächtigung.
Die entwickelten Labels werden im Rahmen der Kooperation exemplarisch in textile Produkte integriert. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen den herstellenden Personen und den Endnutzerinnen. Die Arbeit der Frauen wird sichtbar, ihre Beiträge werden als individuelle Leistungen wahrnehmbar.
